„Da bekomme ich Gänsehaut“

Es ist der nächste Schritt auf dem Weg zur Professionalisierung: Der ASV Schorndorf hat am Freitagabend sein neues Trainingszentrum eröffnet. Dort können die Nachwuchsringer, Profis und Olympioniken des Bundesligisten künftig ungestört trainieren. Für den Deutschen Meister des Jahres 2025 geht damit ein Traum in Erfüllung. Die Redaktion des ZVW hat sich das Ringer-Zentrum genau angeschaut.

Ein lang gehegter Traum wird Wirklichkeit.

Fast schon sentimental steht Sedat Sevsay in der neuen Trainingshalle des ASV Schorndorf. Der Cheftrainer und Vorstand des Ringer-Bundesligisten kann es immer noch nicht richtig fassen, dass sein Herzensverein nun ein eigenes Trainingszentrum hat. „Da bekomme ich Gänsehaut und werde demütig, wenn ich das sehe.“ Die Redaktion des ZVW durfte schon vor der Eröffnung einen Blick in die kleine, aber feine Trainingshalle werfen.

Die Halle befindet sich auf dem Gelände des Burg-Gymnasiums in Schorndorf, genauer gesagt im gleichen Gebäude wie die Burgturnhalle. Dort findet seit Jahren das Training des Bundesligisten statt. Neben der Burgturnhalle gab es zusätzlich einen Kraft- und Trainingsraum, rund 100 Quadratmeter groß.

Dieser Raum wurde nun umgestaltet, saniert und für die Ringer hergerichtet.

„Wir haben schon seit Jahren die Idee im Kopf, uns eine eigene Trainingshalle zu schaffen. Wir wollen uns weiter professionalisieren und unseren Ringern und den Olympia-Teilnehmern ermöglichen, zu jeder Tageszeit trainieren zu können“, erklärt Sedat Sevsay.

Mehr Unabhängigkeit für den Bundesligisten.

„Jahrelang waren wir an bestimmte Zeiten gebunden, mussten auf die Gunst der Stadt hoffen und auf die verfügbaren Kapazitäten.“ Inzwischen sei der ASV Schorndorf aber eines der Topteams der Bundesliga, weshalb es der „nächste logische Schritt“ sei, sich breiter aufzustellen, meint der Cheftrainer. Nachdem ein ursprünglicher Plan im Schorndorfer Industriegebiet vor Jahren gescheitert war, gingen die ASV-Verantwortlichen das Thema in der Burgturnhalle an. Und siehe da: Von der Idee bis zur Realisierung vergingen nur rund sechs Monate.

„Wir haben viel Herzblut und Schweiß in diesen Raum gesteckt“, erzählt Sevsay. Gemeinsam mit dem Partner und Namensgeber des Trainingszentrums, der Volksbank Stuttgart, habe der Verein die Halle in Eigenregie entworfen.

„Ohne die Volksbank wäre das ganze Projekt nicht möglich gewesen.“

Am Freitagabend fand um 17 Uhr die feierliche Eröffnung statt. Geladen waren unter anderem Gäste aus der Politik, aber auch die ASV-Aushängeschilder wie Jello Krahmer oder Lucas Lazogianis nahmen an dem Event teil.

Individuelle Förderung des Ringernachwuchses.

Das reguläre Training solle weiterhin in der Burgturnhalle stattfinden, so Sedat Sevsay.

„In unserem Trainingszentrum planen wir vor allem individuelles Training mit den Schwerpunkten Technik und Taktik. Auch mit kleineren Gruppen können wir hier gezielter trainieren.“

Seither war etwa die Trainingsgruppe „Schüler“ in die Altersklasse von sechs bis 14 Jahren eingeteilt. „Das ist eine riesige Altersspanne im Ringen. Wir können die Kinder nun besser nach ihren körperlichen Voraussetzungen und dem Niveau eingruppieren“, erklärt der Vorstand.

Optimale Bedingungen für Olympia-Athleten.

Profitieren dürften von der neuen Trainingsmöglichkeit auch die Olympioniken, allen voran das Schorndorfer Eigengewächs Jello Krahmer. „In der Vorbereitung auf Olympia 2024 wären wir die glücklichsten Menschen gewesen, wenn wir mit Jello so ein Trainingszentrum gehabt hätten.“ Doch damit ist jetzt Schluss, der ASV Schorndorf hat seine eigene Halle.

„Wir als Verein sind darüber total glücklich und stolz“, sagt Sedat Sevsay zum Abschluss der Führung.

Und wer weiß, vielleicht trainieren im neuen Trainingszentrum des ASV ja schon bald künftige Olympioniken.

 

Quelle:
https://www.zvw.de/sport/gänsehaut-beim-asv-schorndorf-bundesliga-club-bekommt-eigenes-ringer-zentrum_arid-1101864

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