Zufriedene Fans trotz Niederlage
ASV Schorndorf gegen SC Kleinostheim – in Ringerkreisen schnalzt man mit der Zunge, wenn diese beiden deutschen Spitzenteams aufeinandertreffen. Bei der Neuauflage des Bundesliga-Meisterschaftsfinales von 2024/25 am Samstag waren die Vorzeichen angesichts der angespannten Personalsituation beim ASV allerdings anders als gewohnt. Schon unter der Woche hatten die Remstäler angekündigt, dass sie gegen den Tabellenführer kein adäquates Team auf die Matte schicken könnten, da aufgrund der parallel stattfindenden U23-Weltmeisterschaft, der bevorstehenden Senioren-WM sowie zahlreicher Verletzungen fast das komplette A-Team nicht zur Verfügung stehen würde.
So kam es dann auch, und der ASV trat erstmals in der Bundesliga komplett ohne ausländische Ringer, dafür aber mit gleich vier Eigengewächsen an. Dass die Schorndorfer gegen Kleinostheim mit 9:26 unterlagen, war deshalb wenig überraschend.
Doch obwohl die deutliche Niederlage absehbar gewesen war, ließen sich die Schorndorfer Fans nicht davon abbringen, am Samstagabend in die Grauhalde zu kommen, um ihren ASV zu unterstützen – vielleicht sogar noch leidenschaftlicher als sonst.
Vier Eigengewächse gegen den Spitzenreiter
Sie sahen zu Beginn, wie Eigengewächs Dominik Sigle von dem stürmisch angreifenden japanischen Meister und Vize-Asienmeister Kaito Inaba eine knappe Minute lang spektakulär über die Matte gewirbelt wurde und schließlich mit 0:16 unterlag.
Den ersten von insgesamt drei Einzelsiegen an diesem Abend holte anschließend Mohsen Siyar bei seinem Saisondebüt. Der Deutsch-Iraner, der nun auch zur Weltmeisterschaft nach Astana reist, ließ Yousef Hardan bei seinem technisch überlegenen 15:0-Sieg keine Chance.
Burak Demir kehrte nach seinen Einsätzen in der 71-Kilogramm-Klasse in seine angestammte Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm Freistil zurück und lieferte gegen Niklas Stechele seinen bislang besten Kampf der laufenden Saison. Er ging gegen den WM-Teilnehmer sogar mit 2:0 in Führung, nachdem er einen Angriff abgewehrt hatte und anschließend selbst in die Offensive gegangen war. Am Ende führte die Cleverness des Gästeringers jedoch zu einer 4:9-Niederlage für Demir, der vom Publikum dennoch verdient gefeiert wurde.
Personalsorgen reichen bis in die zweite Mannschaft
In der Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm Griechisch-Römisch holte Pascal Eisele kampflos vier Mannschaftspunkte für Kleinostheim, da Schorndorf keinen Ringer aufbieten konnte. „Wir hätten theoretisch auch hier jemanden von der zweiten Mannschaft hochziehen können“, sagte ASV-Coach Jörg Sänger. „Diese hat aber parallel in der Verbandsliga gerungen und wenn wir noch jemanden abgezogen hätten, hätten sie nur noch acht Ringer auf die Matte gebracht und damit 0:40 verloren. So haben sie jetzt aber in Sulgen mit 21:16 gewonnen und den Anschluss ans Mittelfeld geschafft.“
Nachdem die Gäste zwei weitere vorzeitige Siege eingefahren hatten – Christopher Kraemer gewann gegen Kevin Karl auf Schulter und Joshua Morodion besiegte Adam Leifridt technisch überlegen –, holten die Gastgeber ihre Einzelsiege zwei und drei. Ruslan Kudrynets gewann gegen Joshua Bellscheidt ungefährdet mit 11:1, während Burak Salviz Umalt Timaev mit 8:4 besiegte.
Salviz begeistert mit spektakulärem Kopfhüftschwung
Salviz sorgte auf Schorndorfer Seite für die Aktion des Abends, als er nach etwas mehr als einer Minute einen spektakulären Kopfhüftschwung ansetzte und mit 4:0 in Führung ging. Diesen Vorsprung verteidigte er clever und sicherte am Ende zwei Mannschaftspunkte für den ASV.
In den abschließenden beiden Kämpfen unterlagen die Eigengewächse Alexander Schlee und Abdullah Al Ameri ihren Gegnern Giorgi Chikhvadze und Marat Kardanov jeweils vorzeitig.
Drei Wochen Pause kommen dem ASV gelegen
Der ASV Schorndorf und seine Fans waren trotz der deutlichen Niederlage am Ende mit dem Kampftag zufrieden. Nun freuen sich die Verantwortlichen auf die dreiwöchige Pause, ehe es am 7. November mit einem Auswärtskampf beim bislang sieglosen Schlusslicht RG Saarbrücken weitergeht.
ASV Schorndorf – SC Kleinostheim 9:26 (4:14)
61 kg GR: Sigle – Inaba 0:16 TÜ (0:4). 130 kg FR: Siyar – Hardan 15:0 TÜ (4:4). 66 kg FR: B. Demir – Stechele 4:9 PS (4:6). 98 kg GR: Eisele KL (4:10). 71 kg GR: Karl – Kraemer 0:7 SS (4:14). 86 kg FR: Leifridt – Morodion 0:15 TÜ (4:18). 75 kg FR: Salviz – Timaev 8:4 PS (6:18). 80 kg GR: Kudrynets – Bellscheidt 11:1 PS (9:18). 75 kg GR: Schlee – Chikhvadze 0:15 TÜ (9:22). 80 kg FR: Al Ameri – Kardanov 0:16 TÜ (9:26).


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