ASV Schorndorf – Rückschau auf die vergangene und Vorausschau auf die kommende Saison

Vor drei Wochen endete die Saison für den ASV Schorndorf abrupt. Mit einem Vier-Punkte-Polster war der Titelverteidiger der Ringer-Bundesliga zum Halbfinal-Rückkampf nach Weingarten gereist, um den erneuten Finaleinzug perfekt zu machen. Doch nach dem 16:12-Erfolg im Hinkampf folgte beim SV Germania Weingarten eine 9:15-Niederlage – und damit das Aus im Halbfinale.

Die erste Enttäuschung ist inzwischen verarbeitet. Das Trainerteam um Sedat Sevsay und Jörg Sänger hat die Spielzeit nochmals intensiv aufgearbeitet und eine zentrale Ursache für das Scheitern identifiziert: Mit Neuzugang Aaron Bellscheidt, Stas David Wolf und Shamil Ustaev konnten drei deutsche Hoffnungsträger keinen einzigen Kampf bestreiten. Zudem stand Punktegarant Georgios Scarpello verletzungsbedingt lediglich in zwei Hauptrunden-Begegnungen auf der Matte.

„Der Weg zur Meisterschaft führt immer über das Team mit der besten Deutsch-Achse. Und wenn dir dann gleich vier deiner deutschen Top-Ringer ausfallen, wirft das deine ganze Saisonplanung über den Haufen“, weiß Sedat Sevsay.

So musste im Rückkampf anstelle des deutschen Meisters Georgios Scarpello in der Klasse 61 kg Griechisch-Römisch der Nachwuchsringer Dominik Sigle gegen Daniel Layer antreten – eine Partie, die faktisch abgegeben werden musste. „Mit Georgi hätten wir hier zwei Punkte geholt. So aber war unser Vier-Punkte-Vorsprung schon nach dem ersten Kampf aufgebraucht“, bedauert Sedat Sevsay.

An eine längere Pause war für die Verantwortlichen nicht zu denken. „Ende Januar musst du deine Ringer für die nächste Saison schon zu 90 Prozent fix haben, damit dir die Gegner bei den Verpflichtungen nicht zuvorkommen. Die Runde ist zwar vorbei, aber im Hintergrund geht es mit Vollgas weiter“, weiß der ASV-Trainer und Vorstand.

Regeländerungen: Abschaffung der Handicap-Punkte.

Der Deutsche Ringer-Bund hat inzwischen die Regularien für die Bundesliga-Saison 2026/27 veröffentlicht. Die Auflösung der bisherigen zweiten Ligen und deren Integration in die erste Bundesliga stand schon lange fest. Nun wurde zusätzlich die langjährige Handicap-Punkteregelung abgeschafft.

Künftig gilt: In jedem Mannschaftskampf müssen sechs der zehn Athleten einen deutschen Pass besitzen, zudem dürfen maximal acht ausländische Ringer pro Saison lizenziert werden – bislang lag diese Grenze bei 13.

Beim ASV Schorndorf sieht das Trainerteam jedoch keinen Anlass für finanzielle Kraftakte.

„In unseren Planungen ging es von Anfang an darum, dass die Ringer aus der vergangenen Saison bei uns bleiben. Wir haben ein homogenes Team, das schon jetzt die Klasse hat, um den Titel mitzuringen. Wir brauchen deshalb nicht in Aktionismus zu verfallen.“

Mit Eldaniz Azizli, Luis Alberto Orta Sanchez, Ibrahim Ghanem und Akzhol Makhmudov standen bereits vier Weltmeister im Kader, ergänzt durch internationale Spitzenringer wie Ahmet Yilmaz, Iuri Lomadze, Murad Kuramagomedov und Arseni Dzhioev. „Bis jetzt haben wir von unseren Sportlern nur Zusagen bekommen und noch keinen Abgang zu verzeichnen“, verrät Sedat Sevsay.

Vorbild Champions-League-Modus.

Neben dem Wegfall der Handicap-Punkte geriet eine weitere Neuerung fast in den Hintergrund: Die neue Bundesliga wird nicht mehr in Regionalstaffeln eingeteilt. Stattdessen orientiert sich der Modus am Modell der Fußball-Champions-League.

„Zentrales Element des beschlossenen Modells ist ein transparenter, regelbasierter und bewusst asymmetrischer Wettbewerbsmodus, der die strukturellen Unterschiede innerhalb der Bundesliga berücksichtigt und gleichzeitig für eine faire sportliche Vergleichbarkeit sorgt. Anders als in klassischen Rundensystemen treten nicht alle Mannschaften gegen exakt denselben Gegnerkreis an. Diese bewusst gewählte Asymmetrie folgt klar definierten Regeln und dient dem Ziel, Leistungsunterschiede auszugleichen, ohne sportliche Chancen zu verzerren“, heißt es in einer Pressemitteilung des DRB vom 2. Februar 2026.

Die 20 Vereine wurden anhand ihrer bisherigen Ligenzugehörigkeit in zwei Lostöpfe eingeteilt. Pool A umfasste die Bundesligisten sowie die Zweitliga-Meister AC Lichtenfels und ASV Urloffen, Pool B die bisherigen Zweitligisten und Aufsteiger wie die SG Weilimdorf.

Jedes Team bestreitet sechs Kämpfe gegen Gegner aus beiden Pools. Alle Ergebnisse fließen in eine Gesamttabelle ein, aus der sich die besten elf Mannschaften für die Playoffs qualifizieren, in denen im K.-o.-System der Meister ermittelt wird.

Hochkarätiger Auftakt in die Saison für die Spartaner.

Für den ASV Schorndorf brachte die Auslosung direkt einen Spitzenkampf: Der Deutsche Mannschaftsmeister 2024/25 empfängt zum Saisonstart seinen Nachfolger, den frischgebackenen Deutschen Meister SV Wacker Burghausen, der sich am Samstag mit einem 19:8-Heimsieg gegen Weingarten erneut den Titel sicherte, zu dem der ASV Schorndorf auch auf diesem Weg nochmals gratuliert!

Weitere Heimgegner der Spartaner sind KV Riegelsberg, KSC Germania Hösbach, SC Siegfried Kleinostheim, RKG Freiburg 2000 und AC Lichtenfels. Auswärts geht es zu RKG Reilingen/Hockenheim, RSV Rotation Greiz, FC Erzgebirge Aue, RG Saarbrücken, AC Heusweiler und KSV Köllerbach.

„Das wird eine interessante Runde. Mit Burghausen, Kleinostheim, Hösbach und Köllerbach bekommen wir es mit drei Topteams zu tun. Dazu haben wir auf der anderen Seite bspw. einen absoluten Neuling mit der RG Saarbrücken.“, schätzt Sedat Sevsay die Auslosung ein.

Schade sei nur, dass es kein Derby gegen Aufsteiger SG Weilimdorf geben wird.

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